Windows 10: Edge- Browser nutzt bald Chrome-Unterbau

Auf Twitter hab ich schon mehrfach den Witz gelesen, dass wenn Joe Belfiore etwas twittert, dann stirbt ein Microsoft-Produkt. Irgendwie ist da auch was dran. Der Corporate Vice President für den Bereich Experiences and Devices bei Microsoft hat nämlich bereits mehr oder weniger das offizielle Ende von Windows Phone vor einiger Zeit getwittert. Nun folgt sozusagen ein weiteres wichtiges Microsoft-Produkt. Die Rede ist vom Edge-Browser, dem Nachfolger des Internet Explorers.

Dieser wurde mit viel Werbung zusammen mit Windows 10 im Jahr 2015 eingeführt. Die zugrundeliegende Technik, die Browser-Engine, wurde von Grund auf neu entwickelt (EdgeHTML genannt) und sollte verschiedene Vorteile gegenüber den anderen Engines bieten (schnellerer Seitenaufbau, bessere Akkulaufzeit etc.). So richtig durchsetzen konnte sich der Browser aber bis heute nicht. Der Marktanteil lag zuletzt bei um die 5% (Chrome bei ca 65%).

Nun also die Entscheidung von Microsoft, den Browser noch einmal komplett neu zu entwickeln. Mit einer Besonderheit: statt auf die eigene Engine zu setzen, wir der „neue Edge“ zukünftig den gleichen Unterbau wie Googles Chrome nutzen, nämlich „Chromium“. Nur optisch werden sich dann Edge und Chrome unterscheiden. Microsoft will somit sicherstellen, dass die Internetseiten im eigenen Browser genauso dargestellt werden, wie sie im beliebteren Chrome aussehen. Außerdem spart man so sicher viel Geld in der Entwicklung, da Chromium Open-Source-Software ist.

Ein weiteres Novum: der neue Edge soll zukünftig auch für ältere Windows-Versionen (ab Windows 7) sowie Apples macOS zur Verfügung stehen.

Mit einer ersten Testversion ist bereits Anfang 2019 zu rechnen. Wann die finale Version erscheint ist zunächst noch unklar.

Das sind schon sehr interessante Neuigkeiten. Einerseits liegen die Vorteile ja auf der Hand: Kosten sparen und eine höhere Kompatibilität mit Internetseiten. Webentwickler müssen so auch nicht mehr ihre Seiten für zig verschiedene Engines optimieren. Die Vielfalt im Web leidet allerdings darunter.

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