BlackBerry Key 2 Review

Ja, es gibt sie noch. BlackBerry-Smartphones! Vor knapp 4 Wochen hat BlackBerry Mobile das neue Key2 in New York City vorgestellt. Seit einigen Tagen ist es in Deutschland vereinzelt und in begrenzten Stückzahlen zu haben. Ich habe eines ergattert und seit über einer Woche hat es mein Samsung Galaxy S8 ersetzt. Um meinen Bericht hier einordnen zu können, muss man vielleicht wissen, dass ich seit dem ersten iPhone im Jahr 2007 bis letztes Jahr ein „reiner Apple-User“ war. Inklusive iMac, Apple TV usw. Letztes Jahr bin ich auf besagtes Galaxy S8 umgestiegen (eines der Top-Smartphones 2017). Nach und nach löste ich mich (aus verschiedenen Gründen) vom Apple-Ökosystem und ersetzte meine Geräte durch die von anderen Herstellern (DELL-Notebook, Fire TV…). Ich schreibe dass, weil ich das Key2 natürlich (wenn auch manchmal nur im Unterbewusstsein) irgendwie mit meinen iPhones (bzw. Apple) oder vor allem dem Galaxy S8 vergleiche. Hier also meine Erfahrungen und der Bericht zum Key2.

  1. Hardware und Design
  2. Software
  3. Tastatur
  4. Akku
  5. Kamera
  6. Fazit

1. Hardware und Design

Das Blackberry Key2 gibt es in drei verschiedenen Versionen. Silber mit 64GB Speicher, schwarz mit 64GB Speicher und eine schwarze Multi-SIM-Variante mit 128GB.

Ich habe mich für die 64GB-Version in schwarz entschieden. Die silberne Variante sieht aber auf den Bildern ebenfalls sehr gut aus. Immer dabei ist ein Qualcomm Snapdragon 660-Prozessor sowie 6GB RAM. Nur so viel dazu: Die Leistung ist beeindruckend. Obwohl der 660 nicht das absolute Top-Modell von Qualcomm ist, „flutscht“ das Gerät einfach nur so in der Bedienung. Viel wird hier vermutlich am RAM liegen, der mit 6GB sehr, sehr üppig ausfällt. Das ist dann wirklich High-End. Der erste Vergleich zum S8: das Key2 fühlt sich definitiv schneller an. Das Wechseln zwischen Apps ist ein Traum!

Geliefert wurde mein Gerät in einer eleganten schwarzen Box. Im Paket war alles ordentlich aufgeräumt und zum Smartphone gesellte sich ein USB-C-Netzteil, ein entsprechendes USB-Kabel und (sehr gute!) In-Ear-Kopfhörer. Mit dabei natürlich auch das kleine „SIM-Karten-Werkzeug“ (man kann auch eine Büroklammer verwenden) sowie verschiedene Kurzanleitungen. Der erste Eindruck: sieht alles sehr schön aus!

Holt man das Key2 dann aus der Verpackung, sieht man gleich, dass es sich doch deutlich vom aktuellen Smartphone-Mainstream unterscheidet: Es hat eine physische QWERTZ-Tastatur – und die ist so ziemlich die beste Tastatur, auf der ich jemals getippt habe! Dazu aber unter Punkt 3 mehr.

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Über der Tastatur sitzt ein 4,5-Zoll großes, IPS LCD-Display mit einer Auflösung von 1620×1080. Nur zum Vergleich: das aktuelle iPhone 8 hat ein 4,7-Zoll-Display – das Display ist also nur minimal kleiner und man hat dazu noch eine Tastatur. Vergisst man oft, wenn man nur die Zahlen liest… YouTube-Videos kann man also sehr gut darauf anschauen, was ich in der letzten Woche auch öfters gemacht hab. Die Anzeige ist gestochen Scharf (kein wunder bei 434ppi). Mir persönlich gefällt übrigens die Farbdarstellung auf diesem Display viel besser als auf dem Galaxy S8. Sie ähnelt dem iPhone 8 Plus meiner Frau. Die Farben wirken natürlicher und nicht so „künstlich“ / „übermäßig“.

Auch im freien bei Sonneneinstrahlung gibt es nix zu meckern. Man kann alles sehr gut lesen. Top Display. Geschützt wird das ganze mit Gorilla Glass 3 der Firma Corning.

Wenn euch jetzt an dieser Stelle bereits Gedanken kommen wie „Oooh, warum nur Gorilla Glass 3 es gibt doch schon Gorilla Glass 4?!“, dann ein kleiner Exkurs: Tatsächlich ist die „Version 3“ dieses speziellen Schutzglases für Displays in einigen Fällen besser als der Nachfolger! In Tests hat sich z.B. herausgestellt, dass Version 4 viel weniger gegen Kratzer schütz als Version 3. Dafür hält Gorilla Glass 4 theoretisch höhere Stürze aus. Man hatte also die Wahl zwischen besserem Kratzschutz oder besserem Fallschutz. Ich finde es gut, dass sich BlackBerry für den Kratzschutz entschieden hat. Wer sein Gerät ohne (störende) Displayfolie verwendet, wird dankbar sein.

In der Öffentlichkeit zieht übrigens schon der Anblick einer Tastatur bei einem Smartphone im Jahr 2018 neugierige Blicke auf einen. So erging es mir zumindest die letzten Tage. An dieser Stelle passt wirklich der BlackBerry-Werbespot: „What is this?“ – „It’s a BlackBerry“.

Schauen wir uns das Key2 weiter an: Ebenfalls auf der Vorderseite ist eine 8MP-Kamera für Videochats und Selfies (und Snapchat und Instagram und BBM usw.) sowie natürlich der Lautsprecher zum telefonieren. Die Sprachqualität ist übrigens hervorragend. Ich verstehe meinen Gesprächspartner immer klar und deutlich und dieser mich genauso. Für mich hört sich das alles deutlich besser als beim S8 an.

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Der Rahmen ist aus Aluminium – laut BlackBerry ist es eine Aluminiumlegierung der „Serie 7″… was auch immer das bedeutet, es lässt das Gerät sehr hochwertig wirken. Bei mir ist das in einem schönen, matten Schwarz. In der silbernen Farbvariante ist er dann… nun ja… silber. Auf der linken Seite befindet sich der SIM-Karten-Slot. Am rechten Rand findet man dann Lautstärkeregler, den Power-Button sowie einen „Convenience-Key“ – dazu später mehr.

Unten ist ein Lautsprecher sowie ein Mikrofon und der USB-C-Anschluss zum Laden und Daten austauschen. Der Lautsprecher ist im direkten Vergleich deutlich lauter als bei meinem S8 und für alle meine Zwecke zu gebrauchen (hauptsächlich eben beim Videos abspielen). So muss da sein.

Schaut man sich das Key2 von oben an, fällt sofort der 3,5mm-Kopfhöhreranschluss auf! Yeeeah! Finde ich super, dass dieser noch angeboten wird. Aber auch meine Bluetooth-Kopfhöhrer von JBL funktionieren wunderbar. Audioqualität ist sowohl über Bluetooth als auch über den Kopfhöhreranschluss top. Außerdem ist oben noch ein weiteres Mikrofon zur besseren Geräuschunterdrückung beim Telefonieren zu finden.

Ab zur Rückseite: wieder eine kleine Besonderheit im Jahr 2018. Die meisten Smartphone-hersteller setzten komplett auf Glas. Für vorne und hinten. Nicht so BlackBerry. Die Rückseite des Key2 hat eine spezielle und sehr griffige soft-touch Oberfläche, die für sicheren Halt in der Hand sorgt und sich auch noch gut anfühlt. Ich verwende das Key2 daher ohne Hülle. Toll gemacht. Ich finde es super, dass bei diesem Smartphone nicht immer einfach nur alles „anders“ gemacht wird, sondern dass diese Dinge dann auch sinnvoll „anders“ sind.

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Tja, was fehlt denn jetzt noch? Richtig: Die Kamera. Und das ist eine kleine Überraschung. BlackBerry verbaut zum ersten mal eine Dual-Kamera (mit 12MP). Zur Kamera unter Punkt 5 dann mehr mit Beispielbildern.

Das Gerät liegt sehr gut in der Hand und fühlt sich „ausbalanciert“ an. Man kann es gut greifen und schön mit beiden Daumen auf die Tasten drücken. Gewicht: 168g. Passt perfekt.

Noch ein Satz zum WLAN: Der Empfang scheint beim Key2 wesentlich besser als bei meinem S8 zu sein. Ich habe nun auch bei mir zuhause in Räumen guten Empfang, in denen das Samsung versagt hatte! Auch an anderen bekannten Stellen werden mir generell mehr verfügbare WLANs angezeigt.

Hier die gesamten Hardware-Daten:

Größe Höhe 151.4mm Breite 71,8 mm Tiefe 8,5 mm
Gewicht 168g
Display 4,5-Zoll, 1.620 x 1.080, 434 PPI, IPS LCD / Seitenverhältnis 3:2
Prozessor Qualcomm SDM 660, Kryo 260 Octa-Core 2,2 GHz x 4 + 1,8GHz x 4, 64 Bit
Speicher 6 GB RAM + 64 GB Flash, Steckplatz für microSD-Karte
Konnektivität NFC, Bluetooth 5.0 Low Energy
Akku 3.500 mAh Akku,

Kompatibel mit USB Power Delivery 2.0 v1.2 & 9V2A 18W QC3.0 Ladegeräten

Hauptkamera Dual-Kamera 12 MP + 12 MP mit Dual-Tone LED-Blitz, HDR, 4K Videoaufnahme bei 30 FPS, Scanfunktion und sicherem Fotobereich 12 MP Sichtfeld (FOV) 79,3°, Große Pixel – 1,28 μm, f1.8 Linse, Dual Phase Detect Auto Focus (Dual PDAF) 12 MP Sichtfeld 50°, Pixel – 1,0 μm, f2.6 Linse, Phase Detect Auto Focus (PDAF)
Frontkamera 8MP Fixed Focus, Selfie-Blitz Flash über LCD-Display, 1.080p Videoaufnahme bei 30 FPS
Wi-Fi 802.11 b/g/n 2.4 GHz 802.11 a/n 5GHz 802.11 ac 5GHz 4G Mobile Hotspot Wi-Fi Direct
Bluetooth Bluetooth 5.0 Low Energy (LE)
GPS Unabhängiges und simultanes GPS GLONASS Beidou Galileo OTDOA
Sensoren Fingerabdrucksensor in der Leertaste Beschleunigungsmesser Magnetometer Gyroskop Näherungssensor Umgebungslichtsensor Halleffekt
Quelle: BlackBerry

2. Software

Das Key2 wird mit Android 8.1 „Oreo“ ausgeliefert – also die aktuellste Version, die es zur Zeit (Juli 2018) gibt. Das schöne ist, dass BlackBerry die Software nur an sinnvollen Stellen angepasst hat und ansonsten ein relativ reines Android ausliefert – ergänzt um die sehr guten BlackBerry-Apps, die ich euch in meinem „BlackBerry-App-Special“ vorgestellt habe. Schaut doch da mal rein, um euch ein Bild zu machen. Zusätzlich gibt es aber Features, die einem BlackBerry-Gerät vorenthalten sind. Diese sind:

DTEK

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DTEK ist sowas wie der Türsteher und gleichzeitig die CIA / NSA in eurem Telefon. Aber im positiven Sinne. Die App überwacht nämlich den Sicherheitsstatus des Geräts und informiert über ungewöhnliche Vorgänge und Berechtigungsanfragen. Es werden auch verschiedene Sicherheitsempfehlungen gegeben. Eine hübsche Oberfläche rundet das ganze ab. Heutzutage ein nicht zu unterschätzendes Feature, bei der ganzen Malware und den Trojanern, die immer mal wieder im Umlauf sind… Mit DTEK merkt man gleich, ob die heruntergeladene Taschenlampen-App auch wirklich nur leuchtet oder dich gleichzeitig abhört oder ob deine Nachrichten-App ungefragt deine Bilder versendet

Akku-Center

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Ich finde das Akku-Center eine sehr gute und nützliche App, weshalb ich hier ein paar Zeilen dazu schreibe. Im Akku-Center kann man genau nachschauen, welche App wie viel Akku verbraucht hat. Diese lassen auf Wunsch dann anpassen um den Verbrauch zu verringern. Außerdem wird angezeigt, wie lange der Akku wahrscheinlich noch hält und wann er voraussichtlich unter eine bestimmte (selbst definierbare) Grenze fallen wird. Auch Spartipps werden in der App angezeigt. Mit der Zeit lernt das Gerät übrigens das Ladeverhalten und gibt Infos raus, ob man es durch den Tag schafft. Eins vorweg: Man schafft es immer. Der Akku ist phänomenal. Siehe Punkt 4.

Produktivitäts-Tab

So etwas wie den „Produktivitäts-Tab“ kenne ich bereits von Samsung. Auch dort gibt es eine „Leiste“ die man auf jedem Bildschirm vom rechten Rand hervorziehen kann. Beim Key2 läst sich das ganze gut konfigurieren und bietet je nach Wunsch Ansichten zu aktuellen Terminen, Aufgaben, Nachrichten, Kontakten sowie deinen Widgets. Durch die Möglichkeit beliebige Widgets hinzuzufügen hat man hier Samsungs Variante deutlich was voraus.

Locker

Der Locker ist ein separater Platz für Bilder, Dateien und Apps. Der Inhalt wird durch deinen Fingerabdruck und / oder Passwort geschützt und vom restlichen System abgeschottet. Wer also was verstecken will, steckt es in den Locker. Ein Gimmick im Bezug zur Kamera-App: mit berühren (nicht drücken) der Leertaste wird das fotografierte Bild direkt in den Locker gesperrt. Sinnvoll ist es auch sensible Apps (wie z.B. Banking-Apps) im Locker zu verstecken und vom eigentlichen Homescreen auszublenden. Alles möglich.

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Erwähnen möchte ich unbedingt noch den „normalen“ Sperrbildschirm auf dem Key2. Es ist nur eine Kleinigkeit – aber eine sehr schöne: In den Einstellungen kann man festlegen, dass der Sperrbildschirm-Hintergrund automatisch bei jedem aktivieren wechselt. Dazu kann man die bereits mitgelieferte Bilder auswählen oder aber auch eigene Bilder in die Rotation aufnehmen und auf Wunsch einstellen, dass diese dann nur in schwarz-weiß angezeigt werden. Solche Details habe ich bei Apple immer sehr geschätzt. Es sieht einfach gut aus.

Eine Mischung aus Soft- und Hardware-Feature ist der Convenience-Key – wir erinnern uns: die Taste unterhalb des Power-Buttons am rechten Rand. Diese Taste lässt sich frei konfigurieren um drei Anwendungen oder Aktionen nach Wahl auszuführen.

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Hier mal ein dezenter Hinweis an Samsung: Mein Galaxy S8 hat ebenfalls eine zusätzliche Taste, nur leider kann man mit dieser nur den unnötigen Bixby-Assistenten aufrufen, der auch 1,5 Jahre nach release immer noch kein Deutsch kann… BlackBerry zeigt, wie es richtig geht!

Weiterer Pluspunkt: Es gibt bis zu drei verschiedene Profile für diesen Extraknopf, z.B. werden auf Knopfdruck im Auto andere Anwendungen angezeigt als wenn ich mit dem WLAN Zuhause verbunden bin und die Taste betätige. Lässt sich alles frei einstellen.

Zusammenfassend lässt sich zur Software sagen, dass ich mich hier ein bisschen wie früher bei Apple fühle. Die Software passt einfach zur Hardware und es wird auf Details und nützliche Funktionen geachtet und diese schön umgesetzt. Samsung sehe ich hier weit abgeschlagen. Nach über einem Jahr mit dem S8 fällt mir auf, dass Samsung Android „zu Tode anpasst“ mit eigenen, teilweise sehr verbuggten und halbherzigen Lösungen und Apps. Software kann Samsung einfach nicht. Gerade im Kontrast zu BlackBerry wird dies für mich wieder deutlich.

An dieser Stelle wieder ein kleiner Exkurs zum Thema Samsung und warum ich das so sehe. Das für mich beste Beispiel: Die Samsung Cloud. Hier möchte man offensichtlich Google etwas entgegensetzen, macht es aber einfach nur grottig. Ich habe die Samsung-Cloud auf dem S8 für 2,99 EUR pro Monat abonniert (200GB Speicherplatz) und wollte meine Bilder, Dateien etc. dann dort sichern. Einfach weil die Samsung Cloud besser ins System integriert war und man z.B. die Samsung-eigene Bildergalerie damit nutzen konnte. Tja, leider gibt es bis heute keine Möglichkeit meine ganzen Fotos (über 70.000) von meinem PC in die Cloud hochzuladen. Oder überhaupt darauf vom PC / Internet aus zuzugreifen. Nein, man kommt nur mit einem Samsung-Smartphone rein… unfassbar. Es gibt eine (total verbuggte) Bilder-App für Windows 10-PCs nur leider funktioniert diese seit einem Jahr nicht. Für Dateien und andere Daten gibt es gar keine andere Zugriffsmöglichkeit. Großes Kino… Ähnliche Beispiele habe ich noch haufenweise…

3. Tastatur

Auf die Erfahrungen mit der Software folgt nun die Hardware-Tastatur, weil die Hardware auch hier mit der Software „Hand in Hand“ geht. Zunächst aber zu den physischen Knöpfen an sich: Die Tastatur ist einfach der Hammer. Sie fühlt sich einfach perfekt an. Es macht richtig Spaß auf dem Key2 zu schreiben. Sogar ein Großteil dieses Textes ist auf der Key2-Tastatur entstanden. Ich glaube, dass sagt bereits sehr viel aus. Die ersten zwei, drei Tage war es tatsächlich sehr ungewohnt – schließlich habe ich seit mehr als zehn Jahren auf Glas getippt (seit dem ersten iPhone im Jahr 2007). Man braucht also ein paar Tage um „wieder reinzukommen“. Aber dann… Leute… ich liebe diese Tastatur. Ich kann mir gerade nicht vorstellen, wieder auf einer virtuellen Tastatur zu tippen. Die Tasten sind groß genug, der Druckpunkt passt. Außerdem leuchten die Tasten (sieht sehr gut aus). BlackBerry hat hier wirklich alles richtig gemacht!

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Ein absolutes Highlight sind die Schnellstartkürzel und die „Speed Key“-Taste. Kurz erklärt: man kann jeder Taste zwei Funktionen zuordnen (also Apps öffnen, Kurzwahl von Nummern, Aktionen ausführen etc.). Je eine Funktion für kurzes drücken und eine für langes drücken. Befindet man sich auf dem Homescreen kann man so jede beliebige Funktion ausführen – ich starte z.B. meinen Browser (Microsoft Edge) durch kurzes drücken auf „E“. Befinde ich mich nun bereits in einer anderen App, kommt der „Speed Key“ zum Einsatz. Das ist eine zusätzliche Taste auf der Tastatur. Halte ich diese gedrückt, kann ich von jeder App aus eine meiner vorbelegten Funktionen ausführen!

Praktisches Beispiel: Ich bin in Instagram – drücken den Speed Key und „F“ – zack, bin ich in Facebook. Wieder Speed Key und z.B. „E“ – baaam, ich bin im Browser. Es ist unfassbar schnell und praktisch. Das ist Multitasking!

Die Tastatur ist gleichzeitig auch eine „Touch-Oberfläche“. Wischt man mit dem Finger (ohne zu drücken) umher, kann man bequem Scrollen und Seiten wechseln. Beim Schreiben kann man durch einen wisch nach oben verschiedene Wortvorschläge annehmen.

Die „€“-Taste ist übrigens anpassbar: Sie lässt sich entweder eben als „€“-Symbol nutzen oder aber auch zur „STRG“-Taste umfunktionieren. Oder man stellt sie so ein, dass auf Druck das Benachrichtigungsmenü angezeigt wird.

Wieder eine Kleinigkeit für Detailverliebte (ex-Apple-User): Wo könnte sich denn nur der Fingerabdrucksensor befinden?! Auf der Rückseite – unergonomisch – wie bei vielen Geräten momentan? Nein. BlackBerry hat ihn direkt in die Leertaste integriert! Völlig unsichtbar. Was für eine coole Idee – und es funktioniert super! Kurzes auflegen des Fingers und das Gerät ist entsperrt. Sehr schnell und zuverlässig und im Vergleich zum iPhone 8 mindestens genauso schnell, wenn nicht sogar schneller.

4. Akku

Wie im ersten Abschnitt bei den Hardwaredaten berichtet, hat das Key2 einen Qualcomm Snapdragon 660-Chipsatz verbaut. Und ich verstehe auch warum: Die Akkulaufzeit ist unter anderem durch diesen stromsparenden Chip einfach unglaublich. Gleichzeitig bietet der Chip aber mehr als genügend Leistungen für alle Aufgaben! So hat BlackBerry auch die Wahl des Prozessors erklärt – und stimme dem zu. Ich bin ja der Meinung, dass eigentlich eh fast alle aktuellen Prozessoren genügend Leistung bieten und es am Ende mehr auf den RAM ankommt (Stichwort Multitasking). Und beim RAM haben wir hier 6GB.

Zurück zum Akku: So eine lange Akkulaufzeit habe ich in den letzten zehn Jahren mit keinem Smartphone hinbekommen. Ich hänge an manchen Tagen intensiv am Telefon… Surfen, Videos anschauen, Instagram, Artikel schreiben, Nachrichten lesen, Musik hören, WhatsApp usw… meine iPhones haben es (je nach Modell) tatsächlich oft bis zum Ende eines solchen Tages geschafft. Aber mein letzter Androide war hier eine Katastrophe! Es ging soweit, dass ich mittlerweile überall Ladekabel verteilt habe und insgesamt drei Powerbanks besitze.

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Das Key2 ist eine Offenbarung! Trotz intensivster Nutzung, habe ich am Ende des Tages noch zwischen 30- und 40-Prozent Akkukapazität übrig! An „normalen“ Arbeitstagen (also bei geringerer Nutzung) sind es locker auch mal zwischen 60- und 70-Prozent. Das so eine Laufzeit bei einem modernen Smartphone überhaupt möglich ist, war mir gar nicht klar. Aber es ist wohl die Kombination aus angepasster Software (+ „Akku-Center“), Displaygröße, großem Akku und sparsamen Chipsatz. Ein wirklich wunderbares Gesamtpaket. Ihr merkt schon, spätestens jetzt bin ich eigentlich bereits ein Fan des Key2s.

Sollte es dann doch mal eng werden, kann man den Akku mit der „Boostfunktion“ innerhalb von 36 Minuten auf 50% aufladen.

5. Kamera

Das Key2 ist das erste Gerät mit BlackBerry-Logo, welches eine Dual-Kamera besitzt. Ich denke, dass Bilder in diesem Fall einfach mehr als Worte sagen. Schaut euch einfach die Bilder an, die ich mit meinem Key2 gemacht habe und urteilt selbst.

Dazu zwei Bilder im Vergleich mit dem Galaxy S8 und dem iPhone 8 Plus.

BlackBerry Key2 Samsung Galaxy S8 Apple iPhone 8 Plus
Fenster-Galaxy Fenster-iPhone
Starbucks-BlackBerry-Portrait Starbucks-Galaxy Starbucks-iPhone-Portrait

Und hier ein paar weitere Beispielbilder:

Trotzdem noch ein paar Sätze dazu: Der Porträt-Modus ist der Hammer. Ich war da bisher immer auf das iPhone 8 Plus meiner Frau neidisch. Ich finde aber, dass mein Key2 genauso gute Porträts macht. Ich mag diesen „Unscharf-Effekt“ einfach. Aber auch die anderen Bilder lassen keine Wünsche übrig. Ich bin rundum zufrieden. Verglichen mit dem Galaxy S8 gefallen mir die Fotos, die das Key2 schießt, übrigens deutlich besser. Das liegt zum Großteil an den Farben. Beim S8 sahen Menschen oft sehr „gelblich“ oder überbelichtet aus. Beim Key2 nun viel natürlicher und realistischer. Videos nimmt die Kamera in 1080p mit bis zu 60 FPS auf oder sogar in 4K mit dann maximal 30 FPS. Nichts zu meckern.

Wieder eines von vielen Details: Die Kamer-App hat eine integrierte Funktion, um Visitenkarten oder Seiten zu „scannen“. Praktisch.

Da ich neben der Handy-Kamera sonst keine weitere besitze, sind mir gute Bilder schon wichtig. Gerade auch im Urlaub oder bei Familientreffen usw. Das Key2 hat mich hier nicht enttäuscht. In der Dunkelheit könnte die Qualität aber tatsächlich etwas besser sein. Ich habe gehört, dass hier eventuell ein Software-Update nachbessern wird.

6. Fazit

Was soll ich sagen… ich bin restlos vom Key2 begeistert. Vielleicht hat man es meinem Bericht angemerkt… Für mich ist es ein bisschen, als wäre ich nach über einem Jahr mit meinem Samsung nun irgendwie „befreit“. Aber auch wenn ich hier Stellenweise mit Samsung „abgerechnet“ hab – nicht nur im Vergleich zum Samsung ist es ein tolles Gerät. Ganz allgemein: Ich wusste gar nicht, wie gut ein Smartphone sein kann.

Was ich noch loswerden will: BlackBerry-Geräte und speziell natürlich auch das Key2 werden oft als „Business-Telefone“ bezeichnet oder eben darauf reduziert. Ich frag mich immer nur, was denn damit gemeint ist… Wegen der Tastatur? Schreibt ihr „privat“ also kein E-Mails, WhatsApps oder andere Texte?! Das Key2 auf ein „Business-Gerät“ zu reduzieren, ist meiner Meinung nach die falsche Ansicht. Es ist für jeden Einsatzzweck geeignet. Ich nutze es davon abgesehen ausschließlich privat.

Für mich ist es eher so, als wäre ich bisher Kompromisse eingegangen, egal bei welchem Gerät: bei der Software, bei der Akkulaufzeit, der Tastatur usw. Das Key2 macht all diese Dinge (und noch viel mehr) richtig. Es ist etwas besonderes, eben nicht nur wegen der Tastatur. Es ist ein stimmiges Gesamtpaket. Durchdacht, schnell, schön. Ich bin zum BlackBerry-Fan geworden – und werde mein S8 verkaufen.

+

+ Super Tastatur – Kamera in der Dunkelheit
+ unglaubliche Akkulaufzeit
+ fühlt sich sehr hochwertig an / tolles Design
+ Geschwindigkeit / Multitasking
+ tolle Porträt-Bilder
+ viele durchdachte „Kleinigkeiten“

6 Responses

  1. Der Bericht gefällt mir sehr gut, mit viel Enthusiasmus und Gefühl.
    Ich stehe gerade vor der Entscheidung. Wieder ein iPhone zu holen, ein S9 Plus oder wieder nach ca. 7 Jahren zu einer Beere zurück zu kehren (das Key2 weckt die alten Fan gefühle in mir)
    Einziges Kriterium, die Kamera!
    Die ersten Berichte prophezeien nichts gutes, vor allem bei Fämmerung und Kunstlicht
    Eventuell wäre da ein Vergleich hier im Blog machbar?
    5-6 Motive/ Szenen ergänzend zu jenem in diesem Beitrag. Mit dem Fokus auf low light?

    Gefällt 1 Person

  2. Christopher

    Selten so einen unobjektiven und schlechten Bericht gelesen. Tut mir leid. Aber objektive Berichterstattung geht anders.
    Das Gerät ist veraltet und der Konkurrenz meilenweit hinterher.

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