Technik-Check: Roborock S50 Staubsaugerroboter

Heute möchte ich euch mal eines meiner neuesten Gadgets vorstellen: den Roborock S50 Saugroboter. Für mich als „Technik-Freak“ ist sowas natürlich ein Muss im Haushalt. Saugroboter sind aber mittlerweile auch im „Mainstream“ angekommen. Dennoch wird vielen die Marke „Roborock“ eher wenig sagen. Das ist eigentlich schade. Warum? Das erfahrt ihr hier in meinem kleinen „Check“.

1.Woher kommt der „Roborock“? Was ist das Besondere?
2.Wo kann man ihn kaufen?
3.Lieferumfang und Design
4.Funktionen und App
5.Reinigungsleistung
6.Fazit

1. Woher kommt der „Roborock“? Was ist das Besondere?

Die erste Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten und sorgt bei Interessenten (und bei mir) teilweise für Verwirrung. Eigentlich steckt nämlich hinter dem Namen Roborock auch irgendwie der chinesische Hersteller Xiaomi. Roborock hat für Xiaomi wohl den Vorgänger des S50 gebaut. Und Xiaomi selbst ist in Europa hauptsächlich für sehr gute und dabei günstige Produkte wie z.B. Smartphones oder Fitnesstracker bekannt. Unter diesem Namen wurde auch der besagte Vorgänger des S50 veröffentlicht. Beim aktuellen Modell wurde nun der Name des eigentlichen Herstellers „Roborock“ gewählt – soll sich vermutlich (vor allem im Westen) einfach besser anhören. Da aber mittlerweile Xiaomi sehr bekannt ist, werden im Internet eigentlich beide Namen immer wieder gleichzeitig genannt. Beim „Xiaomi S50“, „Roborock S50“ oder „Xiaomi Roborock S50“ handelt es sich somit immer um dasselbe Gerät, ganz offiziell „Roborock S50 Smart Robot Vacuum Cleaner“ genannt. Spätestens beim Download der zugehörigen Smartphone-App wird es dann noch spannender. Diese hört auf den Namen „Mi Home“ und ist direkt von Xiaomi und für deren Smart Home-Geräte gedacht (da gibt’s noch Luftreiniger, Glühbirnen, Kameras usw.). Ooookaayyy… Ich verspreche euch, dass der weitere Text spannender / weniger verwirrend ist. 🙂

Was ist nun das Besondere an einem Staubsauger-Roboter aus China? Ganz einfach: Das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis. Der S50 ist (je nach Anbieter) für unter 400,- EUR zu haben. Von den Funktionen und den Leistungen her spielt er aber in einer Liga mit Geräten wie dem iRobot Roomba 980 (um die 800,- EUR) oder dem Kobold VR 300 von Vorwerk (949,- EUR).

Somit ist das Gerät definitiv einen zweiten Blick wert und dürfte für viele eine echte Alternative zu den bei uns bekannteren Herstellern sein.

2. Wo kann man ihn kaufen?

Auch hier gibt es mehrere Antworten und Möglichkeiten. Mittlerweile habe ich einzelne Exemplare des Roborock zwar schon bei Conrad und bei Cyberport in den Filialen in Stuttgart gesehen, doch das ist eher die Ausnahme. Außerdem ist der Preis meist deutlich höher als im Internet. Ich selbst habe meinen über eBay gekauft. Dort gibt es immer wieder gute Angebote. Ich würde halt die üblichen Regeln befolgen und auf Bewertungen des Verkäufers achten.

Wichtig ist auch hier, dass man die passende Version wählt: die internationale Variante des Roborocks mit CE-Prüfzeichen und einem europäischen Stromstecker. Eine weitere Möglichkeit das Gerät zu beziehen sind dann eben „AliExpress“ und andere Shopping-Apps wie z.B. Gearbest. Auch hier unbedingt auf die „europäische / internationale Version“ achten. Meist sind die Roborocks auch schon in Lagern in Deutschland und der Versand geht dementsprechend schnell. Kommt er erst noch direkt aus China, könnte es schon mal 30 Tage dauern. Nichts für Prime-Verwöhnte Kunden in Deutschland. 😉

Was man ganz klar sagen und beachten muss: Mit Garantie oder Gewährleistung wird es aller Wahrscheinlichkeit nix werden. Meist sitzen Händler und eben auch der Hersteller im entfernten China und ich weiß nicht, in wie weit die dann einen Garantiefall bearbeiten werden. Ich habe aber auch schon gehört, dass Gearbest da wohl sehr kulant sein soll. Hab aber selbst keine Erfahrung damit.

Sollte also ein Defekt auftreten, muss man eventuell auch selber ran. Die gute Nachricht dazu: man bekommt nahezu jedes Einzelteil des Staubsaugers bei z.B. AliExpress etc. sehr, sehr günstig. Mit ein paar Schrauben kommt man auch überall ran. Da ist nix verklebt oder absichtlich blockiert… Sollte also relativ einfach sein. Davon abgesehen scheint mir der Roborock S50 ein sehr hochwertiges und gut verarbeitetes Gerät zu sein. Auch im Internet liest man nirgends von irgendwelchen Problemen. Für mich also gar kein so großes Thema.

3. Lieferumfang und Design

Kommen wir zum eigentlichen Gerät. Die Verpackung sieht wirklich schlicht und gut aus. Alles ist (bzw. war) ordentlich eingeräumt. Nichts zu meckern.

Der Lieferumfang ist ordentlich: wir haben das Netzteil, die „Docking-Station“, zwei Filter, das Handbuch und einen Wassertank mit zwei Mikrofasertücher! Der Roborock S50 kann nämlich auch wischen! Doch dazu später mehr.

Das Gerät an sich finde ich wunderschön. 😍 Das Design ist was besonderes und sticht – finde ich – unter den anderen Saugrobotern hervor. Das liegt natürlich auch an der hochglänzenden weißen Farbe. Sehr, sehr edel.

Ich hatte tatsächlich zunächst bedenken, dass das gute Stück wohl innerhalb kürzester Zeit verkratzen wird und dementsprechend schäbig aussehen würde – aber Pustekuchen! Selbst nach über zwei Monaten täglichem Einsatz in unserer Wohnung hat er keine Kratzer abbekommen. Na gut, seit ein paar Tagen sind da doch welche… ich hab einen großen Bilderrahmen auf dem Boden stehen lassen… den hat er wohl leicht berührt und dann ist er auf ihn drauf gefallen. Da bin ich aber wohl selbst schuld. Ansonsten hat er aber eine hervorragende Navigation mit etlichen Sensoren (dazu später mehr). Mein alter Saugroboter von iRobot (Roomba 605) hatte nach wenigen Tagen schon ein paar derbe Kratzer und Macken. Und der Roomba hatte es durch seine „Grobheit“ sogar geschafft einen 1m großen Spiegel umzunieten, der dann komplett zerbrochen ist. Dafür könnte er gleich die Scherben des Spiegels wieder einsaugen. 😂 Tja, der Roomba war halt nicht so intelligent wie der Roborock und ist generell einfach planlos überall dagegen gefahren.

4. Funktionen und App

Um das Gerät vollständig nutzen zu können, solltet ihr euch die „Mi Home“ App auf euer Android- oder iOS-Gerät laden. Dort müsst ihr einen Account erstellen und dann kann es losgehen. Die App sieht gut aus, bietet übersichtliche Einstellungsmöglichkeiten und ist auf Deutsch. Wirkt alles ordentlich und funktioniert gut. Einen schnellen Blick in die App gibt’s es hier auf meinem Instagram-Account.

Zunächst habe ich bei mir auch die Spracheinstellungen des Roborocks auf Deutsch geändert – standardmäßig gibt das Gerät englische Statusmeldungen aus (Dinge wie z.B. „starte Reinigung“, „fahre zum Dock“, „Staubbehälter entfernt“…). Bei bedarf gibt es auch noch verschiedene chinesische Stimmen und andere Sprachversionen. Viel Spaß damit.

Spracheinstellungen für den Roborock

Während der ersten Reinigung scannt der Roborock die Wohnung / das Hauses und zeigt euch dann den Grundriss in der App an. Das ist schon sehr faszinierend und funktioniert wirklich super. Realisiert wird dies mit diesem roten „Laser-Dings“ auf der Oberseite. Dieser dreht sich beim fahren und tastet alles irgendwie ab… und dann arbeitet das Gerät dabei mit dem SLAM-Algorithmus („simultaneous localization and mapping“) und zusätzlich wird mithilfe der Relativitätstheorie und einem Nuklearreaktor im Roborock… nun ja… Ich hab keine Ahnung, wie das alles genau geht, aber es funktioniert klasse. 🙂 Also es wird ein perfektes Abbild des Grundrisses erstellt.

Dieser bleibt dann auch im Gerät gespeichert und wird bei bedarf einfach angepasst (wenn man Beispielsweise Schränke oder Tische verrückt).

Der (bei mir etwas verschmutze) „Laser-Scanner“.

Ist der Grundriss erstmal erstellt, kann man den Roborock z.B. auch an ausgewählte Stellen fahren lassen oder eine Reinigung von ausgewählten Bereichen auf der Karte („Zonen-Reinigung“) vornehmen. Es ist auch möglich „virtuelle Schranken“ oder ganze „No-Go-Bereiche“ anzulegen. Der Staubsauger fährt dann nicht an die so gekennzeichneten Stellen. Bei mir ist das z.B. der Bereich unter meinem Schreibtisch: hier sind einfach zu viele Kabel und die Gefahr, dass etwas vom Tisch fällt ist zu groß.

Der abgesperrte Bereich. Hier darf der Roborock nicht hin.

Weitere (wichtige) Funktionen der App: einen Zeitplan anlegen („Reinigung nach Timer“), den Reinigungsmodus ändern, den Roboter fernsteuern (sehr spaßig ) und den Stand der Verbrauchsmaterialien anzeigen.

Übrigens: „Verbrauchsmaterial“ wie z.B. neue Filter oder auch neue Mikrofasertücher habe ich mir bereits bei AliExpress nachbestellt. Dort gibt es die verschiedensten Zubehör-Pakete für Preise im einstelligen Eurobereich. Das Zeug ist wirklich sehr, sehr günstig!

In der „AliExpress-App“ findet man so gut wie alles…

Weiterhin ist auch eine Anbindung an „Alexa“ möglich. Über den entsprechenden Skill kann man so die Reinigung auch per Sprachsteuerung starten / stoppen. Sehr bequem.

Der Alexa-Skill für den Roborock.

5. Reinigungsleistung

Das wichtigste bei einem Staubsauger ist natürlich die Reinigungsleistung. Und hierbei gibt es absolut nichts zu meckern. Im Gegenteil: die Reinigungsleistung ist hervorragend. Tatsächlich saugt er mit bis zu 2000pa. Das ist wirklich stark. Laut Roborock-Homepage kann man bei dieser Stärke wohl Stahlkugeln einsaugen. Ein interessantes Beispiel. Wer weiß, was im durchschnittlichen chinesischen Haushalt so abgeht. Bei uns herrscht jedenfalls eine Mischung aus Laminat und Teppichen (und es sind keine Stahlkugeln vorhanden) – alles wird anstandslos sauber. Also zumindest die Art von Schmutz, die in einem Zweipersonenhaushalt (ohne minderjährige Kinder aber mit nem Krümelmonster) so anfällt. Das kannte ich so von meinem Roomba leider nicht. Auf YouTube und anderen Seiten habe ich auch schon einige Tests in Verbindung mit Sand in einem Teppich gesehen. Der Roborock schlägt sich auch in so einem Szenario offenbar wirklich gut. Vor allem auch im Vergleich zu deutlich teureren Geräten. Könnt ihr bei Interesse ja mal bei YouTube suchen. Für die Praxis ist das ja jetzt nicht sooooo relevant. Wobei… vielleicht wohn ich ja mal an nem Strand und hab dann solche Probleme… Der Vorteil des Roboters ist ja aber auch, dass man ihn einfach täglich (z.B. per Zeitplan) laufen lassen kann – so ist eh irgendwann alles aufgesaugt und es sinkt generell das „Level“ der Verschmutzung bzw. des Staubs (oder Sands) in der Wohnung.

Eine kurze Fahrt des Roborocks. Hier ist die Lautstärke und die Sprachausgabe zu hören.

Toll ist es, dem Roborock beim navigieren durch die Wohnung zuzuschauen. Und ich schau gerne zu. Eigentlich könnte ich in der Zeit dann auch selber saugen… aber es macht so Spaß und ist irgendwie beruhigend. Beim beginn fährt er erstmal an der Wand entlang und reinigt dann einen ersten abgesteckten Bereich im Zickzack-Muster. Dann geht es nach dem gleichen Prinzip weiter. Dabei erkennt er wirklich alle Hindernisse und berührt höchstens mal einen Gegenstand ganz sanft mit der Vorderseite. Dort wird dann der druckempfindliche Sensor ausgelöst und er kehrt um. Das funktioniert wirklich fantastisch. Durch diese Vorgehensweise wird nichts ausgelassen und alles sauber aufgesaugt. Um Tisch- oder Stuhlbeine wird ordentlich herumgesaugt. Sollte ihm unterwegs der Saft ausgehen, fährt er zur Station zurück, lädt den Akku nach und macht dann dort weiter, wo er aufgehört hat. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass das passieren wird: bei mir zuhause reinigt er ca. 85m2 und hat am ende noch fast 70% Akkuladung übrig. Da brauch man schon ne dicke Hütte, damit dem Teil der Saft ausgeht.

Ein Sensor, der Abgründe erkennt, ist selbstverständlich auch an Board. Somit fällt der kleine Helfer keine Treppen oder andere „Löcher“ runter. Mit 9,65 cm höhe kommt er problemlos unter unser Sofa und dürfte allgemein unter viele Möbel passen – aber auch dafür hat der Roborock (auf der Oberseite) einen berührungsempfindlichen Sensor. Stößt er dagegen, kehrt er um. Er hat also eine ganze Menge „Feingefühl“ – was meine Frau von mir nicht immer behaupten kann. Hindernisse und Türschwellen schafft er übrigens bis zu ca. 2cm höhe.

Eine Besonderheit beim Roborock S50 ist die Wischfunktion! Wie bereits erwähnt, sind im Lieferumfang ein Wassertank sowie zwei Mikrofasertücher enthalten. Der Wassertank kann einfach an das Gerät „angedockt“ werden.

Der beiliegende Wassertank mit einem Mikrofasertuch.

Dadurch wird beim nächsten Reinigungsvorgang mitgewischt. Das ist wirklich klasse und funktioniert erstaunlich gut. Gerade feine Staubkörnchen oder Wasserflecken (oder auf dem Boden klebende Lebensmittelreste 😂) in der Küche werden so wunderbar entfernt.

Bei gröberen Verschmutzungen empfehle ich die „Zonen-Reinigungsfunktion“. In der App kann ja ein bestimmter Bereich gewählt werden, der geputzt / gesaugt werden soll. Stellt man nun den „Reinigungszähler“ auf „3“ wird der markierte Bereich (Achtung, Überraschung:) 3x abgefahren. Dann hat auch stärkere Verschmutzung (Erdnussbutter auf dem Boden) kaum mehr eine Chance. Bereiche in unserer Wohnung, die eine intensive „Betreuung“ nötig haben, sind dann die, in denen ich mich voranging aufhalte. 🙂

In der App kann ein Bereich zur intensiven Reinigung markiert werden.

6. Fazit

Ernsthaft: Der Roborock S50 ist ein absolut super Staubsaugerroboter zu einem wahnsinnigen Preis. Man bekommt zur Zeit vermutlich kein besseres Gerät. Selbst wenn man deutlich mehr Geld (über das doppelte) ausgeben würde. Er reinigt hervorragend, hat eine überaus nützliche Wischfunktion, super Navigationsfähigkeiten („Laser“), eine tolle App mit vielen Funktionen. Eine Akkuladung dürfte locker für über 200m2 Fläche reichen. Verbrauchsmaterial gibt es sehr günstig im Netz. Es sieht also so aus, als würde mich mein „Rocky“ eine sehr lange Zeit begleiten. Ich kann ihn nur jedem empfehlen und wir sind sehr happy zuhause.